Datenschutz bei der Bewerbung: Was Arbeitgeber über Sie herausfinden
Der erste Eindruck entsteht heute oft nicht im Vorstellungsgespräch, sondern bei Google. Studien zeigen, dass über 70 Prozent der Personalverantwortlichen im DACH-Raum Bewerber online recherchieren. Was dabei zum Vorschein kommt, kann über Einladung oder Absage entscheiden.
Was Arbeitgeber über Sie googeln
Eine typische Recherche durch die Personalabteilung umfasst:
- Google-Suche nach Ihrem Namen: Was erscheint auf der ersten Seite? Alte Forenbeiträge, Nachrichtenartikel, Vereinsmitgliedschaften?
- Social-Media-Profile: LinkedIn, Xing, aber auch Facebook, Instagram und Twitter/X
- Personensuchseiten: Plattformen wie Das Telefonbuch, 11880 oder search.ch zeigen Adresse und Telefonnummer
- Branchenverzeichnisse: Moneyhouse, North Data oder Firmenwissen bei Selbstständigen
Was ist erlaubt — und was nicht?
Rechtlich bewegen sich Arbeitgeber in einer Grauzone. Die DSGVO und das nDSG setzen klare Grenzen:
- Erlaubt: Recherche auf beruflichen Netzwerken (LinkedIn, Xing) und öffentlich zugänglichen Informationen mit Bezug zur Stelle
- Kritisch: Durchsuchen privater Social-Media-Profile, die keinen Bezug zur beruflichen Eignung haben
- Verboten: Gesundheitsdaten, politische Einstellung, religiöse Überzeugungen oder sexuelle Orientierung berücksichtigen
In der Praxis ist es jedoch schwer nachzuweisen, dass ein Arbeitgeber private Informationen zur Entscheidungsgrundlage gemacht hat.
Diese Daten können Ihnen schaden
Folgende Funde können Ihren Bewerbungserfolg negativ beeinflussen:
- Peinliche oder kontroverse Social-Media-Beiträge
- Negative Bewertungen auf Plattformen, in denen Ihr Name genannt wird
- Alte Telefonbucheinträge mit veralteter Adresse, die Unstimmigkeiten im Lebenslauf nahelegen
- Bilder von Partys oder privatem Kontext, die in Google Images erscheinen
- Einträge bei Datenbroker-Seiten, die Ihre gesamte Adresshistorie zeigen
So bereinigen Sie Ihr digitales Profil vor der Bewerbung
1. Googeln Sie sich selbst
Suchen Sie Ihren vollständigen Namen in Anführungszeichen — auch in Kombination mit Ihrem Wohnort oder Arbeitgeber. Prüfen Sie die ersten drei Seiten der Suchergebnisse sowie die Bildersuche.
2. Social-Media-Profile bereinigen
Setzen Sie private Profile auf privat. Entfernen Sie kompromittierende Beiträge, Fotos und Markierungen. Optimieren Sie Ihre LinkedIn/Xing-Profile mit einem professionellen Foto und aktuellen Angaben.
3. Datenbroker und Verzeichnisse löschen
Beantragen Sie die Löschung Ihrer Einträge bei Telefonverzeichnissen und Personensuchseiten. Diese zeigen oft veraltete Adressen und Telefonnummern, die ein inkonsistentes Bild erzeugen.
4. Google-Ergebnisse entfernen
Nutzen Sie das Google-Formular zur Entfernung veralteter oder unerwünschter Inhalte aus den Suchergebnissen.
Vor der Bewerbung: Daten-Scan durchführen
Ein sauberes digitales Profil ist heute Teil der Bewerbungsvorbereitung. Nutzen Sie unsere kostenlose Analyse, um in wenigen Sekunden zu sehen, wo Ihre persönlichen Daten im DACH-Raum auffindbar sind — und bereinigen Sie Ihr Profil, bevor es der Personalchef tut.
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